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Computervirus: Definition, Risiken & Schutzmaßnahmen

Zuletzt aktualisiert am 30.12.2025

Nahaufnahme von Händen auf einer Laptop-Tastatur

Computerviren stellen große Sicherheitsrisiken für Unternehmen dar. Oft verursachen sie Betriebsunterbrechungen und hohe finanzielle Schäden. Welche Arten von Computerviren existieren, wie Sie eine Infektion erkennen, welche Sofortmaßnahmen im Ernstfall notwendig sind und wie Sie Ihr Unternehmen langfristig wirksam schützen können.

Was ist ein Computervirus?

Ein Computervirus ist eine Form von Schadsoftware (Malware), die sich selbst vervielfältigen und auf andere Dateien, Programme oder Systeme übertragen kann. Ähnlich wie  biologische Viren nutzt die Malware vorhandene Strukturen, um sich zu verbreiten und schädliche Aktionen auszuführen. Dazu fügt sich der Computervirus in bestehende Software ein, manipuliert sie oder nutzt Sicherheitslücken aus.

Die Ausbreitung erfolgt häufig über infizierte Dateien, E-Mail-Anhänge, präparierte Webseiten, Wechselmedien oder unsichere Netzwerkverbindungen. Wird ein infiziertes Programm geöffnet oder ein kompromittierter Dienst gestartet, aktiviert sich der Virus und setzt seinen schädlichen Code in Gang.

Typische Ziele eines Computervirus sind beispielsweise:

  • Daten zu verändern oder zu löschen.
  • Systeme zu beschädigen oder zu blockieren.
  • Zugriff auf vertrauliche Informationen zu ermöglichen.
  • Geräte oder Netzwerke für weitere Angriffe vorzubereiten.

Die Folgen können für Unternehmen existenzbedrohend sein. Deshalb ist es essenziell, erste Anzeichen früh zu erkennen und präventive Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Welche Arten von Computerviren gibt es? 

Computerviren treten in vielen Varianten auf, die sich in Aufbau, Funktionsweise und Zielen unterscheiden. Für Sie und Ihr Unternehmen ist es wichtig, die gängigsten Arten zu kennen, um Risiken besser einschätzen und geeignete Sicherheitsvorkehrungen einrichten zu können.

  • Datei- oder Programmviren infizieren ausführbare Dateien (z. B. Dateien mit den Endungen „.exe“ oder „.dll“). Beim Ausführen der Datei aktiviert sich der Virus und kann weitere Programme oder Systembereiche befallen.
    Typische Risiken: Datenmanipulation, Systeminstabilität und unbemerkte Weiterverbreitung im Netzwerk.
  • Bootsektor-Viren infizieren den Startbereich von Datenträgern (z. B. Festplatten oder USB-Sticks). Beim Hochfahren des Systems werden sie zuerst geladen – und sind damit besonders schwer zu entfernen.
    Typische Risiken: Startprobleme oder vollständige Systemausfälle.
  • Makroviren nutzen Makrofunktionen in Office-Dokumenten (z. B. Word oder Excel). Sie verbreiten sich über E-Mail-Anhänge oder gemeinsam genutzte Dateien.
    Typische Risiken: Verschlüsselung oder Manipulation von Dokumenten und schnelle Ausbreitung in Arbeitsumgebungen.
  • Skriptviren (z. B. JavaScript- oder VBScript-Viren) nutzen Skriptsprachen, die Webseiten oder Systemprozesse ausführen. Oft gelangen sie über kompromittierte Websites oder manipulierte Downloads ins Unternehmen.
    Typische Risiken: Ausführen von Schadcode, Weiterleitung auf gefährliche Webseiten oder Nachladen weiterer Malware.
  • Multipartite Viren kombinieren mehrere Infektionswege – z. B. Datei- und Bootsektorbefall. Sie sind besonders schwer zu beseitigen.
    Typische Risiken: Breite Systemkompromittierung und hohe Persistenz.
  • Polymorphe und metamorphe Viren verändern ihren Code ständig, um Sicherheitssoftware zu umgehen. Polymorphe Viren ändern ihr Erscheinungsbild. Metamorphe Viren schreiben ihren Code komplett um.
    Typische Risiken: Erschwerte Erkennung und langanhaltende Infektionen.
    • Resident-Viren nisten sich im Arbeitsspeicher ein und aktivieren sich automatisch, wenn bestimmte Aktionen ausgeführt werden (z. B. das Öffnen einer Datei).
      Typische Risiken: Versteckte Überwachung und kontinuierliche Weiterverbreitung.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Arten von Computerviren. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter und neue Bedrohungen tauchen auf. Andere Arten von Malware, die per Definition aber nicht unter die Computerviren fallen, sind z. B. Würmer, Trojaner oder Spyware.

Was Sie bei einer Infektion mit einem Computervirus tun sollten 

Eine Virusinfektion kann Betriebsabläufe erheblich stören. Je schneller und strukturierter Unternehmen reagieren, desto besser lassen sich Schäden begrenzen. Die folgenden Schritte helfen dabei, Infektionen sicher einzudämmen und das System zu bereinigen.

1. Infizierte Geräte sofort isolieren 

Trennen Sie betroffene Computer oder Server umgehend vom Netzwerk – sowohl LAN als auch WLAN. So verhindern Sie, dass der Virus weitere Systeme infiziert oder Daten abfließen können.

2. Keine Dateien oder Programme mehr öffnen

Vermeiden Sie es, auf dem betroffenen Gerät irgendetwas auszuführen, zu öffnen oder zu speichern. Jede Aktivität könnte den Virus aktivieren oder seine Ausbreitung beschleunigen.

3. IT-Abteilung oder IT-Dienstleister informieren

Sorgen Sie dafür, dass qualifizierte Fachkräfte die Situation beurteilen. Für Unternehmen ohne interne IT empfiehlt es sich, direkt einen externen Sicherheitsexperten hinzuzuziehen.

4. Virenscan mit vertrauenswürdiger Sicherheitssoftware durchführen

Nutzen Sie eine aktuelle Antivirenlösung, um den Schädling zu identifizieren und zu entfernen. Falls der Virus die Ausführung blockiert, kann ein Scan im abgesicherten Modus oder über ein Rettungssystem (Boot-Medium) helfen.

5. System- und Sicherheitsprotokolle prüfen

Überprüfen Sie Logdateien, um Hinweise auf den Infektionsweg, ungewöhnliche Zugriffe oder weitere betroffene Systeme zu erhalten. Damit lässt sich einschätzen, ob Daten kompromittiert wurden und wie weit die Infektion reicht.

6. Backup nutzen (falls notwendig)

Wenn die Systemintegrität nicht zuverlässig wiederhergestellt werden kann, setzen Sie das betroffene Gerät auf einen sauberen Zustand zurück. Spielen Sie verifizierte, virenfreie Backups ein.

7. Passwörter ändern

Nach der Säuberung sollten alle Passwörter geändert werden, um die Passwortsicherheit wiederherzustellen – insbesondere für …

  • E-Mail-Konten
  • Cloud-Dienste
  • interne Systeme
  • Administratorzugänge

8. Infektionsursache analysieren und Schwachstellen schließen

Eine nachhaltige Lösung erfordert, die ursprüngliche Eintrittsstelle zu finden, z. B. …

  • unsichere Downloads
  • infizierte E-Mail-Anhänge
  • fehlende Updates
  • kompromittierte Zugänge

9. Mitarbeitende informieren

Kommunizieren Sie den Vorfall transparent innerhalb des Unternehmens. Nicht um Schuldige zu finden, sondern um Bewusstsein zu schaffen und ähnliche Vorfälle zu vermeiden.

So schützen Sie sich vor Computerviren

Ein wirksamer Schutz vor Computerviren basiert auf technischen Maßnahmen, klaren Prozessen und der Sensibilisierung aller Mitarbeitenden. Sie können durch eine Kombination aus vorbeugenden Sicherheitsstrategien und regelmäßiger Wartung das Infektionsrisiko in Ihrem Unternehmen erheblich senken.

  • Regelmäßige Updates und Sicherheits-Patches installieren: Veraltete Software ist eines der häufigsten Einfallstore für Viren. Stellen Sie sicher, dass Anwendungen ständig aktuell gehalten und Sicherheitslücken zeitnah geschlossen werden. Dazu gehören …

Betriebssysteme

Browser und Plugins

Serverdienste

  • Zuverlässige Sicherheitssoftware einsetzen: Moderne Antivirus- und Endpoint-Security-Lösungen bieten Schutz vor bekannten und neuen Bedrohungen. Achten Sie auf …

Echtzeitschutz

automatische Updates

Heuristik- und Verhaltensanalyse

zentrale Verwaltung

Spam- und Phishing-Filter nutzen

Makros standardmäßig deaktivieren

Anhänge und Links automatisiert prüfen lassen

Mitarbeitende regelmäßig schulen, verdächtige Nachrichten zu erkennen

  • Vorsicht beim Download und bei der Softwareinstallation: Laden Sie Programme nur von offiziellen Quellen herunter. Unsichere Downloads oder manipulierte Installationsdateien gehören zu den häufigsten Infektionswegen.
  • Netzwerksicherheit stärken: Eine sichere Netzwerkarchitektur bietet zusätzlichen Schutz.

Firewalls richtig konfigurieren

Geräte segmentieren (z. B. Produktionsnetz, Büronetz, Gäste-WLAN)

sichere VPNs für Remote-Zugriffe einrichten

ungenutzte Dienste und Ports deaktivieren

  • Zugriffsrechte konsequent verwalten: Nutzen Sie das Least-Privilege-Prinzip und Zero Trust Network Access (ZTNA). Mitarbeitende erhalten dabei nur die Rechte, die sie wirklich benötigen. Das reduziert die potenzielle Angriffsfläche.
  • Sichere Backups erstellen: Regelmäßige, getrennt gespeicherte Backups sind entscheidend, um Schäden zu reduzieren. Wichtig sind in der Regel …

automatisierte Backups

Offsite- oder Cloud-Speicherung

regelmäßige Wiederherstellungstests

Schutz vor Malware-Zugriff (z. B. Immutable Backups)

  • Schulungen und Awareness-Programme: Viele Angriffe richten sich gezielt gegen die Menschen im Unternehmen. Regelmäßige Schulungen helfen, typische Risiken zu erkennen, wie etwa …

Social-Engineering und Phishing

gefälschte E-Mail-Anhänge

gefährliche Downloads

manipulierter USB-Sticks

  • Sicherheitsrichtlinien im Unternehmen etablieren: Ein klar definierter Rahmen sorgt für einheitliches Verhalten.

sichere Passwortrichtlinien

Regeln für mobile Geräte

Umgang mit privaten USB-Sticks

Vorgaben für Homeoffice-IT

Meldewege bei Sicherheitsvorfällen

Computerviren im Überblick

  • Computerviren sind eine Gattung von Schadsoftware. Sie verbreiten sich selbstständig und manipulieren oder beschädigen etwa Dateien, Programme oder ganze Systeme.  
  • Es gibt verschiedene Formen von Viren, die sich in Ausbreitungsweg und Schadwirkung unterscheiden. Beispiele sind Datei-, Makro-, Skript- oder Bootsektorviren.
  • Eine Infektion erfordert schnelles Handeln. Grundlegende Schritte sind: Isolieren des Geräts, professionelle Analyse und gründliche Bereinigung.
  • Durch regelmäßige Updates, starke Sicherheitssoftware, sichere Netzwerke, Mitarbeiterschulungen und klare IT-Richtlinien können Sie Schäden minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Ja, auch Smartphones können von Schadsoftware infiziert werden, insbesondere wenn Apps aus unsicheren Quellen installiert oder manipulative Links geöffnet werden.

Anzeichen können eine ungewöhnlich hohe CPU-Auslastung, unerwartete Pop-ups, langsame Systemleistung oder unbekannte Programme im Autostart sein.

Cloud-Dienste bieten oft starke Sicherheitsmechanismen, sind aber nicht vollständig immun – insbesondere der lokale Zugriff oder die Synchronisation infizierter Dateien können ein Risiko darstellen.

Ein Computervirus wird in der Regel von einer oder mehreren Personen unter Ausnutzung von Schwachstellen in Systemen programmiert. Im Anschluss wird der Code häufig in eine Datei, ein Skript oder eine Anwendung eingebettet und z. B. über betrügerische Internetangebote verbreitet.

Neben dem Echtzeitschutz empfiehlt sich mindestens ein kompletter Scan pro Woche. Bei kritischen Systemen oder hohem Risiko sogar täglich.

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